Feueralarm

Grundschule Mühlried - Feueralarm
Grundschule Mühlried - Feueralarm
Grundschule Mühlried - Feueralarm
Grundschule Mühlried - Feueralarm
Grundschule Mühlried - Feueralarm
Grundschule Mühlried - Feueralarm

Volksschule Mühlried, 9.20 Uhr. Ein durchdringender, lang gezogener Alarmton zersägt die Stille und reißt Lehrer wie Kinder von ihren Stühlen. Feueralarm, wissen die Schülerprofis:

Fenster zu, draußen in Windeseile anstellen, Schulsachen und Klamotten dürfen gerne verbrennen, kurzer Blick der Lehrkraft ins Klassenzimmer, Tür schließen und geordneter, rascher Abmarsch auf den definierten Fluchtwegen ins Freie – das alles verläuft routiniert und weitgehend unaufgeregt, denn schließlich handelt es sich ja lediglich um einen Probealarm.  Den Ablauf kennt man bereits von den letzten Jahren sowie den verpflichtenden unterrichtlichen Belehrungen, nur den Erstklässlern dürfte etwas mulmig zumute gewesen sein, als den Flüchtenden dichter Rauch auf den Gängen entgegen wabert.

Vor dem Schulhaus vervollständigen die gerade anrückenden Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Schrobenhausen und der Feuerwehr Mühlried  das nahezu perfekte  Szenario.

Wasserschläuche werden ausgerollt - zum Glück profitieren nur die Pflanzen im Schulhof von dem frischen Guss - am Einsatzwagen der Mühlrieder machen sich sich die Atemschutz­geräteträger für ihren Innenangriff bereit. Gebannt schauen die Schüler auf die martialisch aussehenden Männer und die Blicke gehen gleich nach oben zu einem Fenster im ersten Stock, in dessen Richtung die Schrobenhausener ihre Drehleiter zur Personenrettung ausfahren. Denn von dort  aus wollen sich das mutige Zweitklasspärchen – Alina Lutz und Tobias Maier – und der nicht weniger mutige Rektor Helmut Niederberger aus höchster Not befreien lassen. Ohne Umschweife werden natürlich zuerst die Kinder in den Rettungskorb bugsiert und unter kräftigem Beifall zu Boden gelassen, dann folgt der Schulleiter, dem auch anerkennender Applaus zuteil wird.
Zum Abschluss dieser spannenden Viertelstunde Feuerwehreinsatz  bedankte sich Helmut Niederberger auch im Namen der Lehrkräfte für das professionelle  Engagement der Wehren. Diese aufwändige Demonstration rentiere sich neben den feuerschutzrechtlichen Aspekten auf jeden Fall, stellte der Mühlrieder Schulleiter später während einer Nachbesprechung im Lehrerzimmer fest. Die Kinder hätten so einen Einblick in eine verantwortungsvolle und gefährliche Tätigkeit erhalten, den kein theoretischer Unterricht ersetzen könne. Und vielleicht würden sich sogar einige Kinder aufgrund derartiger Vorführungen zu einer Mitgliedschaft bei der Jugendfeuerwehr entschließen, die bei uns in Bayern bereits mit zwölf Jahren möglich sei.

Wolfgang Classen