Schulgeschichte

Durch die starke Siedlungstätigkeit seit Kriegsende hat sich Mühlried zu einer Großgemeinde entwickelt. Bereits am 15. September 1967 fasste der Gemeinderat den Beschluss, ein Schulgebäude für eine Grundschule als ersten Bauabschnitt zu errichten. Eine Schulreform überholte dieses Vorhaben. So war die Folge ein neuer Beschluss vom 23. Januar 1970 über eine Grund- und Teilhauptschule mit sechs Jahrgangsstufen. Der neue Bau sollte 12 Klassenräume, einen Werkraum, einen Handarbeitsraum, eine Turnhalle, eine Bibliothek, ein Hausmeisterhaus sowie eine Sportanlage umfassen.

Im November 1971 wurde nach den Plänen von Architekt Dipl.-Ing. Richard Kiera mit der Baumaßnahme begonnen.
Die drückenden Sorgen der Finanzierung des 5,5-Millionen-DM-Projekts wurden etwas gemildert durch Zuschüsse.
Ab dem 6. November 1972 konnten die neuen Klassenzimmer im oberen Stockwerk der neuen Schule in Mühlried genutzt werden. In der Aula und im Eingangsbereich werkelten zu diesem Zeitpunkt immer noch einige Handwerker.

Das im Stil der damaligen Zeit aus grauem Sichtbeton erstellte Gebäude mit viel Pflaster drum herum ließ Ende der achtziger Jahre den Wunsch aufkommen, mehr Farbe und Natur zum Zug kommen zu lassen.
Schülerinnen und Schüler durften nach eigenen Entwürfen die graue Außenwand der Turnhalle bemalen. Defekte Waschbetontreppen wurden durch Granitstufen ersetzt.

Eine Obstbaumpflanzaktion sowie das Setzen von vier gestifteten Kastanienbäumen trug weiter zur naturnahen Gestaltung des Umfeldes bei.
Eine besonders schwierige Überlegung musste seitens der Stadtverwaltung angestellt werden, als es 1989 wieder einmal um das leidige Problem Dachsanierung ging. Schon seit längerer Zeit war das Flachdach nicht mehr dicht. Immer stärker drang nach heftigem Regen Wasser in Turnhalle und Klassenzimmer ein. Trotzdem zogen sich die Beratungen über die verschiedenen Reparatur-Varianten bis in den Juni des Jahres 1991 hin. Der Stadtrat entschied sich für eine Aufstockung mit Schrägdach.
War bis Ende des Jahres wenigstens die Turnhalle mit dem neuen Dach gesichert, drang allerdings mit der begonnenen Sanierung des Schulhausdaches im März 1992 über Bohrlöcher bei heftigen Regengüssen Wasser ein. So mussten in den Klassenzimmern nach und nach die Teppichböden durch einen wischbaren Linoleumbelag ersetzt werden.
1997 bemalten Schüler und Schülerinnen zum 25-jährigen Jubiläum unter Anleitung der Schrobenhausener Künstler Gruber und Scheck Säulen und Wände in der Aula mit farbigen Motiven. Die Treppenwände schmücken seitdem von den Kindern aus Ton geformte und bemalte Fische.

Mit Rechtsverordnung vom 1. August 1973 wurden die Kinder aus dem Ortsteil Edelshausen der Mühlrieder Schule zugeteilt. Seit dem Schuljahr 1979/80 bildete die Weilach die neue Schulsprengelgrenze. Zwischen 1999 und 2003 kam jeweils eine Jahrgangsstufe aus Sandizell/Hörzhausen neu zur Grundschule Mühlried hinzu.
Die Einführung der sechsstufigen Realschule im Schuljahr 1997/98 (Übertritt nach der 4. Klasse) ließ die Schülerzahlen (siehe Schülerzahlen in der Übersicht unten) dermaßen sinken, dass keine 5. Klasse mehr gebildet werden konnte. So entstand 27 Jahre nach der Einweihung aus der Grund- und Teilhauptschule I eine reine Grundschule.

An unserer Grundschule gibt es von Anfang an die Möglichkeit der Mittagsbetreuung durch die „Kleinen Strolche". Nach Unterrichtende werden die Kinder in drei Räumen von erfahrenen Erzieherinnen betreut und mit warmem Essen versorgt. Seit dem Schuljahr 2010/11 ist auch eine Hausaufgabenbetreuung möglich.
Seit Einführung von Englisch in der Grundschule in den Klassen drei und vier wird dieses Fach als reguläres Unterrichtsfach unterrichtet. Auf Initiative des Elternbeirats wurde diese Sprache zeitweise sogar für die Kinder der 1. und 2. Jahrgangstufe nach Unterrichtsende angeboten. Dies ist jedoch jetzt nicht mehr der Fall.
Unsere ausländischen Schüler erhalten zum regulären Unterricht einen Intensiv- bzw. Deutsch-Förder-Kurs.

 
Ab dem Schuljahr 2011/2012 gab es an unserer Schule bis 2015 jahrgangskombinierte Klassen. Sie setzten sich aus Schülern der Jahrgangsstufe 1 und 2 zusammen. Die erzieherische und unterrichtliche Arbeit in diesen Klassen orientierte sich - wie die Arbeit in jahrgangsreinen Klassen - an dem für die bayerischen Grundschulen konzipierten Lehrplan. Aber auch in allen weiteren Fächern entsprach es den Prinzipien effektiver Unterrichtsgestaltung, den Lernprozess auf die jeweiligen individuellen Lernvoraussetzungen abzustimmen. 

Die Veränderungen im medialen Bereich machten auch vor uns nicht Halt. So verfügte unsere alte Grundschule über einen PC-Raum. In jedem Klassenzimmer befand sich zumindest ein Computer. Seit einigen Jahren haben wir eine eigene Homepage.
Schon seit Beginn des Schulbetriebs in Mühlried entwickelte sich im Laufe der Jahre unter dem ersten Rektor, Walter Rudolf (Schulleiter bis 1987), ein reges Schulleben. Auch unter seinen Nachfolgern - Günter Hartinger (ab 1987) und Helmut Niederberger (ab September 1999) - feierte die Schulgemeinschaft mit Unterstützung des jeweiligen Elternbeirats viele schöne Feste mit Musik-, Theater- und Sportaufführungen.

In jedem Schuljahr sind wir froh, wenn wir zusätzliche Stunden für die eine oder andere Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung haben. Die Schüler besuchten immer gerne z.B. die AG Schulspiel oder AG Schülerzeitung.

Seit Jahren unterstützt die Grundschule Mühlried auch soziale Ziele. So werden in der Schule Päckchen als Nikolaus- und Weihnachtsüberraschung gesammelt, die von fleißigen Helfern ein Mal im Jahr nach Litauen gefahren und bedürftigen Kindern geschenkt werden. Kinder und Eltern halfen auch regelmäßig mit, wenn es galt, für Bedürftige in Russland, in Kroatien, in Litauen oder in Rumänien zu sammeln. Auch ein UNICEF-Lauf brachte einen beachtenswerten Spendenerlös. Erst- und Zweitklässler haben sich für die Missionsstation North Horr engagiert und eine Spende übergeben.
Dies sollten nur einige Gesichtspunkte aus der Schulgeschichte von 1972 bis 2015 gewesen sein. Die Zeit ist auch bei uns nicht stehen geblieben. Wünsche für die Zukunft gab es genügend, was vor allem die bauliche Substanz anbelangt.

Im Laufe des Schuljahrs 2015/16 vollzog sich an unserer Schule ein gravierender Einschnitt. Wir sind in ein nagelneues Schulgebäude umgezogen – mit einem zeitlichen Vorlauf von genau vier Jahren. Im Januar 2012 erfolgte nämlich das erste Gespräch im Rathaus mit der Zielsetzung einer Sanierung bzw. eines Neubaus. Im März stimmte der Stadtrat für einen kompletten Neubau und dem Spatenstich stand nichts mehr im Wege. Ein Einzug zu Beginn des Schuljahres 2015/16 war dann zwar nicht möglich, aber am 7. Januar 2016 war endlich der erste Schultag im neuen Gebäude.
Die Zeit Ende Dezember 2015 war geprägt von Umzugsvorbereitungen. In den letzten Tagen des alten Jahres schleppten Schüler und Lehrer dutzendweise Umzugskartons und brachten sie schon in die neuen Klassenzimmer. Eine Umzugsfirma tat während der Weihnachtsferien ihr Übriges. Bürgermeister Dr. Karlheinz Stephan begrüßte an diesem 7. Januar 2016 alle Kinder in der neu gestalteten Aula und wünschte im neuen Haus alles Gute.
Zeitung und Regionalfernsehen interessierten sich für unseren gut gelungenen Neubau. In unserem neuen Gebäude haben wir einen lichtdurchfluteten Flur. Zusätzlich zu den Klassenzimmern stehen uns seither Gruppenräume und sogenannte Lerninseln zur Verfügung. Die Schüler arbeiten selbstständig auch in den Gängen. Auch in den Klassenzimmern gab es sozusagen eine „Revolution“. Die alte Tafel mit Kreide hat ab 2016 ausgedient und wird seitdem von Aktivtafeln ersetzt.